Gerald Szyszkowitz - Werke: Prosa

Gesammelte Werke
echomedia Buchverlag, Wien 2018

 

 

  

 

Der Thaya

 

„Der Roman öffnet, ohne dass er viel Aufhebens davon macht, den Blick auf einen weiten Horizont im vorsichtigen, behutsamen, subtilen Umgang mit der in langer geschichtlicher Erfahrung zu vielfacettierter Nuancierung gereiften Sprache."

 

Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Seitenwechsel

 

„Dieser Roman ist psychologisch ungeheurer reizvoll
aufgebaut. Sieger bleibt die Urgesteinlandschaft des
Grenzwaldes. Das gibt dem Geschehen etwas Arche­
typisches."                                    Die Welt

 

Osterschnee

 

„Diese Menschen bewegen sich mit der Leichtigkeit
und dem gesellschaftlichen Takt ihrer entfernten Ver­
wandten aus dem 'Schwierigen' und dem 'Unbestech­
lichen'."                                          Die Welt

 

„Aus zahlreichen Facetten entsteht so das Gemälde eines österreichischen Hier und Jetzt im Herzen Europas, gestaltet mit dem Formwillen und der Sen­sibilität eines den Dialog in allen Schattierungen und Tonlagen souverän handhabenden Beobachters."

 

Neue Zürcher Zeitung

 

 

 

Auf der anderen Seite

 

„Sie können es nicht fassen, die Leute aus Unterpert-holz und die aus Jemnice: Plötzlich ist die Grenze zwischen Österreich und der CSSR offen ..."

 

Die Presse

 

Puntigam oder Die Kunst des Vergessens

 

„Doch viel wichtiger ist, dass Szyszkowitz mit diesem
Roman die Nebelschleier über der österreichischen
Vergangenheit zu durchstoßen sucht und junge Leute
zu ein paar lästigen Fragen an ihre Eltern und Groß­
eltern anregt."  Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Die Badenweiler oder Nichts wird bleiben von Österreich

 

„Gerald Szyszkowitz bettet in diesem Roman die Liebe
in ein aktuelles politisches Geschehen. Die Bomben
von Oberwart und Stinatz werden ebenso lebhaft in Er­
innerung gerufen wie die Nazizeit."     Kurier

 

Furlani oder Die Hainburger Au

 

„Was wie ein Agententhriller anhebt, wird zu einem feinen ironischen Netz. Eine Perspektive Wiens, die von der üblichen abweicht." Süddeutsche Zeitung

 

Szymanski oder Man kann das ganze Fernsehen umbringen, aber doch nicht seinen Chef

 

„Die Menschen, über die er schreibt, kommen aus allen Klassen und Gegenden dieses Landes. Die Texte von Gerald Szyszkowitz schaffen die derzeit umfang­reichste Ansicht des heutigen Österreich."

 

Peter Turrini

 

Lieben wie gedruckt oder Die Herren der Herrengasse

 

„Launig und locker."      Süddeutsche Zeitung

 

 

 

Der Liebe lange Weile

 

„Mit einer Delikatesse, die an die große Schule der österreichischen Erzählkunst, an Schnitzler etwa, an­knüpft, wird das Zögern, dann das Nachgeben, be­hutsam entwickelt ... Ein amouröses Viereck im Schlagschatten des politischen Tagesgeschehens."

 

Süddeutsche Zeitung

 

Moritz und Nathalie oder Die Angst vor der Sehnsucht

 

„Mir imponiert der im heutigen Österreich wohl sin-guläre Versuch von Gerald Szyszkowitz, unbestech­lich im Stil des bürgerlichen Realismus zu erzählen. Das ist ein aufregendes Experiment."

 

Michael Scharang

 

Anna oder Der Flügelschlag der Freiheit

 

„Die Anspielungen auf die Affäre Groer werden kaum
verhüllt, ja, die Enthüllungen eines Wochenmagazins
über den ehemaligen Wiener Kardinal geben sogar
den entscheidenden Anstoß für die Liebesgeschichte
des Theologie Studenten Josef, den sympathischen
Helden dieses Romans."     Wiener Zeitung

 

 

 

Mord vor der Klagemauer

 

„Der Kunstverstand, die Menschenkenntnis, der künstlerische Durchblick, die schöpferische Gestal­tungskraft und die literarische Aussagefähigkeit dieses Autors Gerald Szyszkowitz sind einmalig."

 

Matthias Mander

 

Mord in Betlehem

 

„Alle seine Texte sind immer spannend."

 

Joseph mc Veigh

 

Mord in Jerusalem

 

„Die Erzähltexte dieses politisch hellwachen, undog­matischen und literaturkundigen Autors Gerald Szyszkowitz liegen nun in einer Sammelausgabe vor."

 

Wynfrid Kriegleder

 

Die Lesereise der Katja Thaya

 

„Die Personen dieses Autors sind nicht nur abgründig,
sie sind vor allem eminent brutal, eminent vital und
eminent nihilistisch zugleich." Kurt Becsi

 

Der Vulkan und andere Erzählungen

 

„Szyszkowitz verbindet eine genaue Beobachtungs­gabe mit der immer seltener werdenden Kunst reali­stischen Erzählens und ironischer Subtilität."

 

Wiener Zeitung

 

 

 

Vorwort
von Wynfrid Kriegleder

 

Der 1938 geborene Gerald Szyszkowitz hat in der Kulturgeschichte der zweiten österreichischen Repu­blik eine nicht unwichtige Rolle gespielt. In der mitt­lerweile legendären Ära des Generalintendanten Gerd Bacher, als beim Österreichischen Rundfunk noch die Qualität wichtiger war als die Quote, produzierte er als Leiter der Hauptabteilung Fernsehspiel und Un­terhaltung (1973 bis 1994, mit einer kurzen Unterbre­chung, über deren Ursachen er wunderbare Anekdoten zu erzählen weiß) zahlreiche Fernseh­filme, die ins kollektive Gedächtnis der Nation einge­gangen sind, etwa die Alpensaga, Verfilmungen österreichischer „Klassiker" wie Joseph Roths Radetzkymarsch und Franz Werfels Eine blassblaue Frauenschrift oder auch die Krimiserie Kottan ermit­telt.

 

Auch im Wiener Theaterbetrieb war Szyszkowitz nicht zu übersehen. Er hatte ja dereinst bei Heinz Kin­dermann an der Universität Wien in Theaterwissen­schaft promoviert und in Deutschland in den 1960er Jahren als Regisseur gearbeitet. Schon 1967 war sein erstes eigenes Theaterstück, Genösse Brüggemann, in Hannover uraufgeführt worden. 1968 bis 1972 arbei­tete er als Chefdramaturg am Schauspielhaus Graz. Dort inszenierte er zum Beispiel die österreichische Erstaufführung von Peter Handkes Kaspar und brachte 1969 Ödön von Horvaths Zur schönen Aus- sieht zur Uraufführung. Und er schrieb und insze­nierte Theaterstücke, die sich mit der europäischen und der österreichischen (Kultur-) Geschichte be­schäftigten - in seinen eigenen Worten „über Figl und Kreisky und Lessing und Goethe und Schiller und Tolstoi und Tschechow und Nestroy und Schnitzler, über alle diese Kerle, die mich halt im Laufe meines langen Theater- und Fernsehlebens interessiert haben."

 

1981 begann Szyszkowitz, Romane zu schreiben, die nun zu seinem 80. Geburtstag in einer durchgesehe­nen und korrigierten Ausgabe neu erscheinen. Als Ro­manautor stellte er sich bewusst in die realistische Tradition. Was er am liebsten geschrieben habe und immer noch schreiben würde? Auf diese Frage ant­wortete er kürzlich: „Romane, wie sie Theodor Fon­tane geschrieben hat, würde ich sagen. Oder Joseph Roth." Und er bekannte: „Ich habe sicher auch bei allen eigenen Büchern filmisch gedacht. Auch am Theater muss es ja immer eine Art ,Handlung' geben. Sonst schlafen die Zuschauer ein."

 

Hervorheben möchte ich jene Romane, die sich mit der wechselvollen österreichischen Geschichte aus­einandersetzen. Hier ist vor allem die Trilogie der „Waldviertel-Romane" zu nennen - Der Thaya von 1981, Seitenwechsel von 1982 und Osterschnee von 1983. Die Bücher haben einen biographischen Hin­tergrund: Szyszkowitz wohnte in den 1980er Jahren mit seiner Familie im ehemaligen Pfarrhof von Niklasberg an der Mährischen Thaya, „im letzten Haus vor der Schussgrenze", und beobachtete die langsame Veränderung in diesem verlassenen Grenzland, die den gesellschaftlichen Umbruch im zeitgenössischen Österreich widerspiegelte. Das Ende des Eisernen Vorhangs zeichnete sich bereits ab, die Öffnung der Grenzen stand vor der Tür. Als Pate für die Bücher wirkte Theodor Fontane; seine Romane, die gleich­falls einen gesellschaftlichen Umbruch dokumentie­ren, bilden bis in subtile Details die Folie, vor der sich das Schicksal der Familie Thaya entfaltet. Der Thaya, an den Stechlin angelehnt, spielt zwischen Sommer 1979 und Sommer 1980 und erzählt von den letzten Tagen im Leben des alten Franz Thaya, eines Wald-viertler Großgrundbesitzers. Die gewohnte politische Ordnung geht zu Ende, die ungebrochene Dominanz der konservativen Partei und der Kirche lässt sich nicht mehr aufrechterhalten. Franz Thayas Sohn, der Ministerialbeamte Rudolf, irrt ziel- und planlos durch das Leben. „Zum Schluß stirbt ein Alter und zwei Junge heiraten sich - das ist ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht", hat Theodor Fontane über sei­nen Roman gesagt. Auch auf den 250 Seiten des Thaya „geschieht" nicht viel - und zeichnet sich doch schon alles ab, was auf Europa hereinstürmt. In Sei­tenwechsel wird die Geschichte weitergeführt, in einer an Effi Briest angelehnten Ehebruchsgeschichte, in der Rudi Thayas junge Frau Katja mit einem tsche­choslowakischen Flüchtling eine Affäre beginnt, mit einem jungen Mann, für den sich das Leben im We­sten mitnichten als Paradies herausgestellt hat. Katja aber steigt aus der Geschichte gestärkt heraus und trennt sich von ihrem Mann - eine moderne Frau muss nicht mehr, wie Effi Briest, den Ehebruch mit dem Leben büßen. Im dritten Roman, Osterschnee, wird die Familiengeschichte weitergeführt; hier geht es um den Sohn von Rudi und Katja Thaya.

 

Bildet die Waldviertel-Trilogie eine Chronik der lau­fenden Ereignisse im Österreich der 1970er- und 80er-Jahre, allerdings aus der Perspektive der Peripherie, so thematisieren einige weitere Romane den zentralen Moment der österreichischen Geschichte im 20. Jahr­hundert - den „Anschluss" von 1938, seine Vorge­schichte und seine Nachgeschichte, das Verschweigen und Vergessen, das Wiederauftauchen des Verdräng­ten in der nächsten und übernächsten Generation. In Romanform sucht Szyszkowitz eine Antwort auf die Frage: Wie können wir heute verstehen, was damals geschah? Denn eine narrative Konstruktion, in der die Welt simpel in die Guten und die Bösen eingeteilt wird, in der die Bösen unerklärlich von außen kamen und nach 1945 wieder verschwunden sind, eine solche Konstruktion, die - verständlicherweise - zu den Gründungsmythen der zweiten österreichischen Re­publik gehörte: mit einer solchen Konstruktion gibt sich Szyszkowitz nicht zufrieden. Dass seine eigene Familiengeschichte dabei eine Rolle spielt, die Kind­heit und Jugend in Graz, jener Stadt, der der „Führer" den Ehrentitel „Stadt der Volkserhebung" verliehen hatte, ist für den Autor eine persönliche Herausforde­rung, für die Leser aber ein literarischer Glücksfall. Wie Gerald Szyszkowitz erzählt, gab es für den ersten der beiden Romane „um die Kunst des Vergessens", Puntigam oder Die Kunst des Vergessens, einen per­sönlichen Anlass - ein Gespräch mit dem damaligen Bundespräsidentschaftskandidaten Kurt Waldheim, dessen Wahl in der Folge zu erbitterten Debatten um die österreichische Mitschuld an den nationalsoziali­stischen Verbrechen führen sollte. In der Literatur Österreichs war dieser Komplex schon vorher thema­tisiert worden, am eindrücklichsten wohl in Hans Le-berts Roman Die Wolfshaut von 1960. Und bis zu Thomas Bernhards Auslöschung (1986) und Elfriede Jelineks Die Kinder der Toten (1995) sollte das Thema virulent bleiben.

 

Puntigam oder Die Kunst des Vergessens spielt im Jahr 1986 und erzählt von Marianne Puntigam, einer Journalistin, die erstmals seit 1945 nach Graz zurück­kommt. Sie stammt aus einer deutschnationalen, dem Nationalsozialismus nicht abgeneigten Familie, ist aber von Anfang an auch in den anti-nationalsoziali­stischen Widerstand involviert - als „Deserteur" aus der Wehrmacht und südsteirischer Partisan taucht in diesem Roman der Offizier Franz Thaya auf, den Szyszkowitz' Leser schon aus der Waldviertel-Trilo­gie kennen. Puntigam ist ein historischer Roman, in dem fiktionale und faktuale Figuren auftreten, es ist aber auch ein Roman über die Situation in den 1980er Jahren. „Den meisten Leuten geht es gut in diesem Land", sagt ein alt gewordener Widerständler mit slo­wenischen Wurzeln, dem es selbst nicht besonders gut geht, resignierend, und die Kurzzeitbesucherin Mari­anne konstatiert über ihre frühere Heimat: „Man ver­steht sie hier fabelhaft, die Kunst des Vergessens: Nix is gwesen, nix is gschehn, Leut san gstanden, nix ham'sgsehen!" Auch der Roman Die Badenweiler oder Nichts wird bleiben von Österreich (1995) hat mit Erinnerungsar­beit zu tun und spielt vor dem Hintergrund des Auf­stiegs von Jörg Haider und der Terroranschläge von Oberwart. Ähnlich wie im Puntigam bildet die Erin­nerung einer Frau - bzw. ihr Versuch, die Geschichte ihrer Mutter zwischen 1938 und 1945 zu rekonstruie­ren - die narrative Folie. Ausführlich thematisiert Szyszkowitz hier das Massaker von Rechnitz im März 1945, ein Endphase-Verbrechen, das in den 1990er Jahren noch keineswegs Teil des kollektiven Bewusst­seins in Österreich war.

 

In allen seinen Romanen hat sich Gerald Szyszkowitz der Aufgabe gestellt, auf eine die Leser unterhaltende, sie aber gleichermaßen herausfordernde Art und Weise Probleme anzusprechen, die auch über die kleine österreichische Welt hinaus von Relevanz sind, die aber zusätzlich ein Sittenbild der österreichischen Republik zeichnen. Da finden sich Beobachtungen zur Medienszene und zum Beginn der ökologischen Bewegung, da finden sich aber immer wieder auch psychologisch subtile Reflexionen über das, was man gern „zwischenmenschliche Beziehungen" nennt -man könnte auch formulieren, dass Szyszkowitz immer wieder die Frage umtreibt, die sich schon In­geborg Bachmann in einem Gedicht gestellt hat: „Er­klär mir, Liebe".

 

Gerald Szyszkowitz hat sich in seinem Romanwerk nicht auf Austriakisches beschränkt. Eine familiäre Beziehung zu Israel resultierte in drei Kriminalroma­nen (Mord vor der Klagemauer, Mord in Bethlehem, Mord in Jerusalem), die sich auf die komplexe politi­sche und soziale Situation in diesem Land einlassen.

 

Und dass auch Reiseerzählungen zum (Euvre eines solchen Mannes von Welt zählen, ist ohnedies selbst­verständlich.

 

Die Erzähltexte dieses politisch hellwachen, undog­matischen und literaturkundigen Autors liegen nun in einer Sammelausgabe vor, der ich viele Leser und Le­serinnen wünsche.

 

Wien, im Juni 2018
 Wynfrid Kriegleder

 

 

 

GERALD SZYSZKOWITZ

 

Nachwort

 

l.

 

In den drei THAYA-Romanen DER THAYA, SEI­TENWECHSEL und OSTERSCHNEE kann man miterleben, wie sich unser Großvater gefühlt haben muss, der in der Monarchie groß geworden ist und nun in der Mitte der Siebzigerjahre miterlebt, wie selbst in einer so konservativen Ecke wie dem kohl­rabenschwarzen Waldviertel 'die neue Zeit' einzieht. In der Hauptstadt Wien sind die Sozialisten an der Macht - selbst im Landwirtschaftsministerium -, und hier an der nördlichen Grenze kommen plötzlich sogar die alten 'Deutschnationalen' in den örtlichen Gemeinderat.

 

Ich habe in dem heißen Sommer von 1979 in dem von uns gemieteten Pfarrhof Niklasberg an der 'Mähri­schen Thaya' den 'Stechlin' von Fontäne gelesen. Und mein Thaya' erinnert mich immer wieder daran: Ein alter Mann stirbt, und zwei Junge heiraten. 'Frankfurter Allgemeine Zeitung': „Der Roman öff­net, ohne dass er viel Aufhebens davon macht, den Blick auf einen weiten Horizont im vorsichtigen, be­hutsamen, subtilen Umgang mit der in langer ge­schichtlicher Erfahrung zu vielfacettierter Nuancierung gereiften Sprache."

 

 

 

Im Roman SEITENWECHSEL von 1982 geht es vor­dergründig um die Liebe zwischen einem Flüchtling von der anderen Seite des Eisernen Vorhangs mit der jungen Frau Thaya, die in ihrem Verlangen nach dem gewichtlosen, unirdischen Glück in einen tödlichen Konflikt gerät. Aber es geht auch um den 'Seiten­wechsel' ihres Mannes von der alteingesessenen Grundbesitzerseite auf die Seite der sozialistischen Regierungspartei.

 

'Die Welt': „Der Roman ist psychologisch ungeheurer reizvoll aufgebaut. Sieger bleibt die Urgesteinland­schaft des Grenzwaldes. Das gibt dem Geschehen etwas Archetypisches."

 

Der Roman OSTERSCHNEE von 1983 beginnt zwar in der hoffnungsfrohen Osterzeit, aber nicht mit Früh­lingssonne und Auferstehung, sondern mit einem si­birischen Schneesturm am Karfreitag. Mit aufgebrachten tschechischen Grenzsoldaten, die eine heillose Angst vor der 'Polnischen Krankheit' haben, weil sie sehen, dass statt der üblichen Wiener Ferien­gäste im sonst so ruhigen Waldviertel nun direkt am 'Eisernen Vorrang' immer mehr Flüchtlinge aus Krakau, Warschau und Danzig untergebracht werden. Die Angst nimmt zu, denn nichts bleibt hier an der Grenze so wie es bisher gewesen ist.

 

 'Neue Zürcher Zeitung': „Aus zahlreichen Facetten entsteht so das Gemälde eines österreichischen Hier und Jetzt im Herzen Europas, gestaltet von dem Form­willen und der Sensibilität eines den Dialog in allen Schattierungen und Tonlagen souverän handhabenden Beobachters."

 

 

 

Der Roman AUF DER ANDEREN SEITE von 1990

 

schildert nun - nach der Öffnung der Grenze am 5. Dezember 1989 - die aufregenden, ersten Besuche der Leute aus Raabs drüben in Jemnice, und der 'Behm' von drüben nun herüben in Raabs. Es passieren die ersten Liebesgeschichten, aber auch die ersten Strei­tereien. Besonders zwischen den 'Heimatvertrie­benen' und denen, die sie 'vertrieben' haben. In der 'Österreichischen Literatur' sind diese vier Ro­mane die einzigen, die sich schon vor 1989 bewusst mit dem 'Eisernen Vorhang' auseinandergesetzt haben, was sicher auch damit zusammenhängt, dass wir damals jahrelang im 'Niklasberger Pfarrhof', also direkt am 'Eisernen Vorhang' gewohnt haben. 'Die Presse': „Sie können es nicht fassen, die Leute aus Unterpertholz und jene aus Jemnice: Plötzlich ist die Grenze zwischen Österreich und der CSSR über­raschend offen ..."

 

Und ich selbst war auch einigermaßen überrascht, dass ich für die THAYA- TRILOGIE den 'Nieder­österreichischen Literaturpreis' bekommen habe, und für AUF DER ANDEREN SEITE den 'Jugendbuch­preis der Stadt Wien'.

 

2.

 

Auch die nächsten vier Romane erzählen mit ihren Einzelschicksalen immer auch einiges von der Öster­reichischen Zeitgeschichte.

 

In dem Roman FURLANI oder DIE HAINBURGER AU von 1985 erlebt man mit, wie damals über die eu­ropäische Spionagehauptstadt Wien der internationale Technologie-Schmuggel gelaufen ist, und mit welcher heute unfassbaren Rücksichtslosigkeit im Dezember 1984 der damalige Innenminister - zusammen mit dem Präsidenten der Gewerkschaft - auf die protestie­renden Studenten in der Hainburger Au hat einprügeln lassen.

 

'Süddeutsche Zeitung': „Was wie ein Agententhriller anhebt, wird zu einem feinen, ironischen Netz. Eine Perspektive Wiens, die von der üblichen abweicht."

 

Der Roman PUNTIGAM oder DIE KUNST DES VERGESSENS von 1988 ist entstanden, weil der Papst aus Krakau die Rede über das 'Positive und das Negative in der Kunst', die ich ihm geschrieben habe, bei seinem ersten Besuch in der Hofburg vor all den sprachlos staunenden Wiener Intellektuellen Wort für Wort so gehalten hat, wie ich sie geschrieben habe. Diese Rede hat nämlich auch einigen von unseren konservativen Politikern so gut gefallen, dass sie mich gefragt haben, ob ich nicht auch für den Generalse­kretär der UNO solche Reden schreiben könnte. Für diesen Mann aus New York, den man demnächst als Bundespräsidentschafts-Kandidaten vorschlagen werde. Ich hielt das für möglich, und also trafen sich der Oberkonservative aus Graz und der Oberkonser­vative aus Wien mit dem vorgesehenen Kandidaten und mit mir an einem sonnigen Sonntag auf dem Semmering. Wir saßen also zu Mittag zu viert an einem kleinen, quadratischen Holztisch, ich wurde dem Kandidaten vorgestellt und fragte ihn schon mit mei­ner ersten Wortmeldung: „Herr Doktor, was haben Sie im Krieg gemacht?" Ich hatte den amerikanischen Filmtitel im Kopf 'Pappi, was hast du im Krieg ge- macht?' Ich wusste ja, würde ich das Angebot des Re­denschreibens für die Konservativen annehmen, wird es bei mir zu Hause heftige Diskussionen geben. Mein Sohn war damals Vorsitzender der Hochschülerschaft. Der Kandidat sah mich bewegungslos an und sagte: „Das interessiert niemanden." Ich fragte selbstver­ständlich nach, aber er blieb strikt bei seiner Meinung. Da wusste ich, damit komm ich nicht klar, ich stand also auf, verabschiedete mich, fuhr nach Hause und begann mit dem Roman PUNTIGAM oder DIE KUNST DES VERGESSENS. Mit dem Buch über meine eigene Grazer Familie in der Nazizeit. Puntigam ist die Gegend in Graz, wo heute noch die vier Betontürme der Mühle stehen, die mein Großvater in der Puchstraße gebaut hat. Und THE ART OF VOR-GETTING war der Waldheim - Titel des TIME - MA­GAZINS einige Wochen nach Beginn des historischen Wahlkampfes.

 

'Frankfurter Allgemeine Zeitung': „Doch viel wich­tiger ist, dass Szyszkowitz mit diesem Roman die Ne­belschleier über der österreichischen Vergangenheit zu durchstoßen sucht und junge Leute zu ein paar lä­stigen Fragen an ihre Eltern und Großeltern anregt."

 

Auch das nächste Buch hat mit der österreichischen Innenpolitik zu tun. DIE BADENWEILER oder NICHTS WIRD BLEIBEN VON ÖSTERREICH von 1995 beginnt mit dem gleichzeitigen 'Reformpartei­tag von Jörg Haider in Linz', bei dem die FPÖ ihr P verliert, weil sie nun keine Partei mehr ist, sondern nur noch eine 'Bewegung'. Aber die 'Deutschnatio­nalen' haben sich mit diesem Parteitag in der Österreichischen Parteipolitik endgültig etabliert, und man wird in der Zukunft ja sehen, wie weit die damalige Prognose stimmt: Nichts wird bleiben von Österreich ... Die fiktive Figur von Irene Badenweilers Linzer Großmutter jedenfalls hab ich aus den historischen Einzelheiten von Hitlers Linzer Jugendfreundin Ste­fanie Isak und seinem Linzer Jugendfreund August Kubizek zusammengesetzt.

 

 

 

Auch der Roman SZYMANSKI oder MAN KANN DAS GANZE FERNSEHEN UMBRINGEN, ABER DOCH NICHT SEINEN CHEF aus dem Jahr 2002 ist ohne die österreichische Innenpolitik nicht denkbar. Ich habe den ORF im Jahr 1994 als 'Hauptabteilungs­leiter Fernsehspier verlassen. Am Tag nachdem ich Axel Cortis 'Radetzkymarsch'- er konnte ihn selber nicht mehr fertigstellen - mit seiner Cutterin in Mün­chen fertig geschnitten hatte. Aber schon einige Mo­nate danach spürte ich immer stärker, dass spätestens im Jahr 2001 mit Hilfe einer überraschenden politi­schen Intrige die umtriebige Monika den gut vernetz­ten Gerhard als 'General' ablösen würde. Und da fürchtete ich, dass im Zusammenhang damit mein immer noch relativ unabhängiger und von mir persön­lich sehr geliebter öffentlich-rechtlicher Rundfunk be­schädigt werden könnte. Also begann ich eine warnende Kriminalgeschichte zu schreiben. Das heißt, ich habe einen 'Tatort' dort angesiedelt, wo sonst die anderen österreichischen 'Tatorte' geplant werden. In der Führungsetage des ORF. Wer also wis­sen will, womit ich fünfundzwanzig Jahre meines Le­bens verbracht habe, findet in diesem Buch neben einigen zwangsläufig erfundenen Details doch auch manches, was tatsächlich so oder so ähnlich passiert ist.

 

3.

 

Die nächsten vier Romane sind vor allem Liebesge­schichten.

 

LIEBEN WIE GEDRUCKT oder DIE HERREN DER HERRENGASSE von 1993 entstand auf Grund einer Bitte von Gerd Bacher, der unbedingt eine Fa­milienserie von mir haben wollte, weil er wusste, dass meine Kinder damals sehr unterschiedliche politische Interessen hatten. Er wollte eine Familienserie mit frechintelligenten Jugendlichen und phantasievollen Erwachsenen, mit Rechten und Linken, er wollte be­wusst ein gesellschaftspolitisch divergentes Umfeld, also entschied ich mich für ein Spielfeld, das ich gut kannte, für die Grazer Herrengasse. Für mehrere char­mante Liebesgeschichten zwischen dem Landhaus und dem Bischofspalais, dem Operncafe und der Buchhandlung Moser.

 

Die 'Süddeutsche Zeitung' schrieb: „Das ist launig und locker."

 

DER LIEBE LANGE WEILE von 1992 spielt haupt­sächlich im Cafe Tomaselli, also im Zentrum der Fest­spielstadt Salzburg, und an den verschiedenen Salzkammergut-Seen, speziell am Irrsee, wo wir die Familie Palzinsky oft besucht haben. Der Roman er­zählt, wie der glückliche Traum einer ewigen Nähe scheinbar abrupt zu Ende geht. Die Hauptfiguren fin­den zwar schnell neue Partner, kommen aber, hellhörig und verletzlich, nie mehr ganz los von einander, denn aus der 'Langeweile ihrer Liebe' wird - gerade in der Entfernung - immer unausweichlicher 'eine lange Weile ihrer Liebe'.

 

Die 'Süddeutsche Zeitung' schrieb: „Mit einer Deli­katesse, die an die große Schule der österreichischen Erzählkunst, an Schnitzler etwa, anknüpft, wird das Zögern, dann das Nachgeben behutsam entwickelt."

 

MORITZ UND NATHALIE oder DIE ANGST VOR DER SEHNSUCHT von 1991 ist die Liebesge­schichte von einem blinden Wiener Buben und einer jungen Journalistin aus Ljubljana. Meine Erkennt­nisse, wie ein junger Mensch, der blind ist, mit dem Leben zu Rande kommen kann, danke ich den Erzäh­lungen der Tochter einer Wiener Politikerin. Und für mich selber war das der Selbstversuch 'herauszufin­den', wie man etwas beschreiben kann, was man nicht sieht. Oder überhaupt noch nie gesehen hat. Michael Scharang: „Mir imponiert der im heutigen Österreich wohl singuläre Versuch von Gerald Szyszkowitz, unbestechlich im Stil des bürgerlichen Rea­lismus zu erzählen. Das ist ein aufregendes Experiment."

 

ANNA oder DER FLÜGELSCHLAG DER FREI­HEIT von 1996 beschreibt einerseits eine lebenslange Freundschaft und andererseits eine verblüffende, ho­mosexuelle Liebesgeschichte zwischen zwei Priestern in der Karibik. In der 'Kleinen Zeitung' wurde ich deswegen wütend beschimpft. Mit der Behauptung, das gäbe es nicht. In der Katholischen Kirche. Homosexuelle Priester. Erst im Jahr 1998, also zwei Jahre nach Erscheinen des Buches, kamen die österreichi­schen Bischöfe zur 'moralischen Gewissheit', dass die Vorwürfe gegen ihren Kardinal Groer

 

'im Wesent­lichen zutreffen'.

 

 

 

4.

 

Da wir oft in Israel gewesen sind, hat mich dieses Land gerade in seiner Vielfalt sehr beeindruckt, und ich habe in diesen Jahren drei Israel-Romane ge­schrieben.

 

Der MORD VOR DER KLAGEMAUER von 1999 untersucht die Frage, warum ein junger israelischer Jude den jüdischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin im November 1995 erschossen hat. Die Namen in dieser schrecklichen, aber für Israel so typischen Kriminalgeschichte habe ich verändert, aber die Den-kungsweise in der Familie des Mörders, das Klima an der Bar-Ilan-Universität, die Ansichten seiner Freunde und die seiner Rabbiner habe ich ausführlich recher­chiert und und möglichst unverändert gelassen.

 

Der MORD IN BETLEHEM aus dem Jahr 2000 fin­det im Kreuzritter-Kreuzgang der Katharinenkirche in Betlehem statt. Betlehem wird hier ohne das im We­sten übliche TH geschrieben, weil die Palästinenser die Stadt Betlehem so schreiben. Und weil die meisten Christen in Israel eben Palästinenser sind, spielt diese Kriminalgeschichte auch nicht zwischen Juden oder Moslems, sondern vor allem zwischen palästinensi­schen Christen. Aber auch Arafat tritt auf. Während der Christmette

 

 

 

'im MORD VOR DER KLAGEMAUER von 1999 untersucht die Frage, warum ein junger israelischer Jude den jüdischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin im November 1995 erschossen hat. Die Namen in dieser schrecklichen, aber für Israel so typischen Kriminalgeschichte habe ich verändert, aber die Denkungsweise in der Familie des Mörders, das Klima an der Bar-Ilan-Universität, die Ansichten seiner Freunde und die seiner Rabbiner habe ich ausführlich recher­chiert und möglichst unverändert gelassen.

 

Der MORD IN BETLEHEM aus dem Jahr 2000 fin­det im Kreuzritter-Kreuzgang der Katharinenkirche in Betlehem statt. Betlehem wird hier ohne das im We­sten übliche TH geschrieben, weil die Palästinenser die Stadt Betlehem so schreiben. Und weil die meisten Christen in Israel eben Palästinenser sind, spielt diese Kriminalgeschichte auch nicht zwischen Juden oder Moslems, sondern vor allem zwischen palästinensi­schen Christen. Aber auch Arafat tritt auf. Während der Christmette

 

in der Katharinenkirche. Mit seiner Frau Suha at-Tawil, die ja vor ihrer Heirat mit Arafat eine grie­chisch-orthodoxe Christin gewesen ist.

 

In den 'Tagen der Hoffnung', also nach den 'Gesprä­chen von Oslo' fuhr Arafat übrigens mit uns Delegier­ten des palästinensischen PEN - Kongresses von Ost-Jerusalem von einem seiner hoffnungsfrohen Be­zirkshauptmänner zum nächsten, und meine Fragen nach den aktuellen Plänen wurden damals sehr da­durch erleichtert, dass mir alle diese Verantwortlichen in sehr gutem Deutsch antworten konnten, denn sie hatten alle entweder im christkatholischen Köln oder in der sozialistischen DDR mit großem Wissensdrang studiert.

 

Der dritte Israel-Roman MORD IN JERUSALEM aus dem Jahr 2001 meint mit diesem Jerusalem 'Ost-Je­rusalem'. Also das Moslem-Jerusalem mit dem zau­berhaften American-Colony-Hotel und den nur vom Osten her begehbaren Höhlen im Tempelberg. Wäh­rend im King-David-Hotel für Henry Kissinger ein Empfang stattfindet, kracht es im Theatron Jeruscha-layim bei einem Selbstmordanschag. Und immer wie­der stößt die ermittelnde Journalistin Nadja Assad in Ostjerusalem bei ihren Recherchen auf Immobilien­spekulanten aus dem Kreis um den Ministerpräsiden­ten Ariel Sharon.

 

5.

 

Last but not least will ich meine beiden Erzählbände erwähnen, die LESEREISE DER KATJA THAYA und den VULKAN.

 

DIE LESEREISE DER KATJA THAJA von 1998 ist das Ergebnis eines Auftrags der Kulturabteilung des Außenministeriums, die Mitte der Neunzigerjahre von Peter Marboe geleitet wurde. Auf einer ausgedehnten Lesereise las ich in den Österreichischen Kulturinsti­tuten in Teheran, Kaschau, Istanbul, Ostslawonien, Brüssel und London, und es war überall gerade durch diese kulturelle Klammer der örtlichen Diplomaten sehr interessant und intensiv, am spannendsten aber war es mit Alois Mock im hintersten Ostslawonien, denn rund um Osijek war damals noch Krieg.

 

Im VULKAN von 1994 erzähle ich privatere Ge­schichten vom Ölberg, vom Vulkan auf Santorin, vom Waldfriedhof in Sopot, von den Seeigeln in Martini­que und von einem wandgroßen Fresko im Speisesaal der Villa d'Este bei Rom.

 

'Wiener Zeitung': „Szyszkowitz verbindet eine ge­naue Beobachtungsgabe mit der immer seltener wer­denden Kunst realistischen Erzählens und ironischer Subtilität."

 

 



MARLOWES ROMEO UND JULIA AUF KRETA

Roman

 

EDITION ROESNER

artesLiteratur

Drama um eine unglaubliche Liebe

Der angesehene Regisseur eines Sommertheaters probt mit seinem Ensemble ROMEO UND JULIA in jener Form, die er für die einzig wahre hält: Nicht Shakespeare, sondern Marlowe schrieb das berühm­teste Liebesdrama! Er hatte auf Kreta eine Liebesaffäre mit Marina - Tochter eines venezianischen Herzogs-, die aber den

adeligen Familieninteressen entgegen­stand und zur Flucht und zum Tod des bildschönen Mädchens führte.

Während sich die These des Regisseurs weiter erhärtet, entwickelt sich bei der Inszenierung um seine Hauptdarstellerin, die just Julia heißt bald ein Gewirr an Gefühlen, das sich zu verselbstständigen droht Die spannenden Dialoge bei den Proben und die immer privater werdenden E-mails verflechten sich schicksalhaft...

 

„Nach seinen ersten beiden Büchern rund um den begnadeten Dramatiker Marlowe als wahren Urheber aller Shakespeare-Stücke, überrascht Szyszkowitz mit dieser

sich auf drei Ebenen angesiedelten geistvollen, mitunter possenhaften Erzählung, oszilliert zwischen Theatergeschichte und erotischen Wirrungen und beschert von der ersten

Seite an einen einzigartigen Lesegenuss!"

Erich Schirhuber

 

Der Hinterbrühler

Wilhelm Seledec, ZUR ZEIT

 


MARLOWE UND DIE GELIEBTE VON LOPE DE VEGA

Roman

 

EDITION ROESNER

artesLiteratur

 

Seit einiger Zeit häufen sich die Hinweise, dass der Autor Christopher Marlowe im Jahr 1593 nicht ermordet wurde, sondern dass er vom Geheimdienst, dem er schon seit seinem Studium in Cambridge selber angehörte, nach Spanien gebracht worden ist. Dort traf er seinen Kollegen Cervantes, der neben seiner Literaturarbeit im Spanischen Geheimdienst tätig war. Die beiden freundeten sich an, und Marlowe übersetzte unter dem Namen Thomas Shelton den Roman DON QUICHOTE als Erster ins Englische. An der Seite seines Kollegen Lope de Vega lernte er dann die berühmte Schauspielerin Micaela de Luján kennen, die er nach einigen Turbulenzen heiratete.

Nach einer abenteuerlichen Fahrt in die Bermudas wurde Marlowe unter dem Decknamen Gregorio de´ Monti Stellvertretender Botschafter in Venedig und vom König von Großbritannien unter dem Namen Toby Matthews geadelt.

 

Hannes Gans, Kultur und Wein

Gerald Schmickl, Wiener Zeitung, 3.,4. Dezember 2016

Thomas Jorda, NÖN 50/2016

Gaby Schätzle, NÖN 02/2017

Wilhelm Seledec, ZUR ZEIT, 9.12.2016

Lieselotte Stalzer, Buchhandlung beim Augarten
Christian Menzel, Der Hinterbrühler

Martin Stankowski, Literarisches Österreich

Dorothea Renckhoff, Musenblätter

Helmut Schönauer, Tiroler Gegenwartsliteratur

Der Hinterbrühler

 


DAS FALSCHE GESICHT

oder

Marlowe ist Shakespeare

Roman

 

EDITION ROESNER

artesLiteratur

 

Christopher Marlowe. der geniale Autor, fällt wegen Freigeisterei in Ungnade, rettet sein Leben, indem er untertaucht. Und will doch seine Stücke aufgeführt sehen.

 

Gerald Szyszkowitz führt kenntnisreich, einfühlsam und pointiert in das London von Elisabeth I., in sein Szenario aus Hofintrige, sexueller Repression, drakonischer Justiz.

Ein spannendes Stück Theatergeschichte wird zum Königsdrama.

 

Edwin Baumgartner, Wiener Zeitung

Mathias Mander

Petra Vock, NÖN

Lesung Krems

Helmuth Schönauer, Bibliotheksnachrichten

Wilhelm Seledec, ZZ

Hannes Gans, Kultur und Wein

Lieselotte Stalzer, Buchhandlung beim Augarten

Peter Pisa, Kurier

Gerald Szyszkowitz, Wiener Zeitung

Heiner Boberski, Raiffeisenzeitung

Johannes Gans, Kultur und Wein

Bastian Conrad

Edwin Baumgartner, Wiener Zeitung, 03.12.2016

 

 


SCHLOSS HUNYADI, TATORT

 

EDITION ROESNER

artesLiteratur

 

Ernst ist das Leben, heiter die Kunst. Wenn aber ein Schauspieler bei der Premiere plötzlich halb tot in seiner Garderobe liegt, wenn sich dem Regisseur, der selbst versucht Licht in das Geschehen zu bringen, menschliche Abgründe auftun, dann gerät das geruhsame Leben in der Provinz selbst zur Tragödie.

 

LINK ZUR BESPRECHUNG Mathias Mander, Literarisches Österreich 2014/2


Szymanski oder Man kann das ganze Fernsehen kaputt machen, aber doch nicht seinen Chef, Roman


AWV Wien Verlag, Wien 2001


Der Fernsehdirektor wird erschossen in seinem Büro aufgefunden...

Ist es ein politischer Mord?

Die Tat eines Ehrgeizigen...?

Oder gibt es doch private Hintergründe?


Mord in Betlehem, Roman


AWV Wien Verlag, Wien 2000


Ein stadtbekannter Antiquitätenhändler wird ermordet. Ebenso das Mitglied einer Pilgergruppe aus dem Österreichischen Hospiz in Jerusalem.

Welche Zusammenhänge gibt es?

Nadja Assad, eine Berichterstatterin für SAT1 in Israel, spürt die Hintergründe auf.

 

 


Mord in Jerusalem, Roman


AWV Wien Verlag, Wien 2000


Wärend für Henry Kissinger im King-David-Hotel in Jerusalem ein Empfang stattfindet, wird in dem Hotel eine Prostituierte ermordet.

Zur selben Zeit fällt Lea Ruby, eine bekannte Schauspielerin, in ihrer Gaderobe im Teatron Jeruschalayim, einem Sprengstoff-Attentat zum Opfer.

Nadja Assad, Berichterstatterin für SAT1 in Israel, versucht die Hintergründe dieser Morde zu erforschen und stößt immer wieder auf Immobilienspekulanten im Kreis um Ministerpräsident Sharon in Ostjerusalem und auf die Patres vom Kloster des Heiligen Stephan.


Mord vor der Klagemauer, Roman


Edition Va Bene, Wien 1999


Vor der Klagemauer wird an einem heißen Tag der CNN-Korrespondent Ari Schwartz erschossen.

Wer schießt an so einem Ort?

Eine seiner Freundinen?

Seine eifersüchtige Frau?

Ein Konkurrent, dem er seit Jahren den Karriereweg blockiert?

Doch nicht die Palästinenser?


Die Lesereise der Katja Thaya, Erzählungen


Edition Va Bene, Wien 1998


Szyszkowitz erzählt mit einer Delikatesse, die an die große Schule der österreichischen Erzählkunst, an Schnitzler etwa, anknüpft.


Anna oder Der Flügelschlag der Freiheit, Roman


Edition Va Bene, Wien 1996


Ein Meister der Erzählkunst

über Glaube und Gefühl:

Ein Novize zwischen

Mann und Frau.


Die Badenweiler oder Nichts wird bleiben von Österreich, Roman


hpt Verlag, Wien 1995


Der Roman "Die Badenweiler oder Nichts wird bleiben von Österreich" handelt von Liebe und Politik.

Das Aktuelle an diesen ungewöhnlichen Liebesgeschichten der drei Frauen Stefanie, Adolfine und Irene - Grossmutter, Mutter und Tochter - sind die Sehnsucht nach den wahren Emotionen, und das Milieu der Nazis, Antinazis und Neonazis.

Die Bomben von Oberwart und Stinatz tauchen in den Geschichten ebenso selbstverständlich auf wie der Führer des Dritten Reiches und Persönlichkeiten aus dem gegenwärtigen öffentlichen Leben.

Szyszkowitz verbindet eine genaue Beobachtungsgabe mit der seltenen Kunst realistischen Erzählens und ironischer Subtilität.


Furlani oder Die Zärtlichkeit des Verrats, Roman


Paul Zsolnay Verlag Wien 1995


Gerald Szyszkowitz vermittelt in diesem Roman ein ganz bestimmtes Lebensgefühl, das sowohl die Zeit (die achtziger Jahre) wie auch die Landschaft ("Wien, diese zwischen den wechselnden Ost- und Westwinden vor sich hinträumenden Stadt") einfängt und widerspiegelt.


Der Vulkan und andere Erzählungen


hpt Verlag, Wien 1994


Die achtzehn in diesem Buch veröffentlichten Erzählungen handeln von Liebe und Politik. Die Helden von Gerald Szyszkowitz sind zwischen dreissig und sechzig, von flüchtigen Beziehungen abhängig, da die festen sich lockern. es geht um Ehen, Trennungen, um Männer, Frauen, Freundinnen und Freunde, um Symbole und Riten des Lebens.

 

 


Lieben wie gedruckt oder Die Herren der Herrengasse, Roman


hpt Verlag, Wien 1993


Als der Buchhändler Franco Furlani mit seiner Frau Hanna und seinen drei Söhnen nach Graz zieht, um die Leitung der wichtigsten Buchhandlung zu übernehmen, begegnet er dort der Ärztin Carla, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Carla erwidert seine Liebe, aber auch sie ist nicht frei. Sie will jedoch die Familie Furlani nicht zerstören, und eine heimliche Liaison kommt für sie nicht in Frage. Sie will nicht den schlechten Beispielen unglücklicher Beziehungen aus ihrem Bekanntenkreis folgen.

Carla und Furlani beschliessen, auf ihre Liebe zu verzichten - und obwohl Carla von Furlani ein Kind erwartet, will sie erst einmal Abstand gewinnen und reist zu ihren Eltern nach Triest.

Aber Furlani reist ihr nach...


Der Liebe lange Weile, Roman


hpt Verlag, Wien 1992


Gerald Szyszkowitz erzählt, wie der glückliche Traum eine ewigen Nähe scheinbar abrupt zu Ende geht. Toni und Erich finden zwar schnell neue Partner, kommen aber, hellhörig und verletzlich, nie mehr ganz los voneinander, denn aus der Langeweile ihrer Liebe wird - gerade in der Entfernung - immer erkennbarer die lange Weile ihrer Liebe.


Moritz und Nathalie oder Die Angst vor der Sehnsucht, Roman


hpt Verlag, Wien 1991


Überschattet von den Ereignissen des Sommers 1991 in Slowenien, erleben der blinde Moritz und die junge Journalistin Nathalie aus Laibach ein paar glückliche Augenblicke. Man muß nicht sehen können, um Sehnsucht zu haben und Glück zu empfinden.


Auf der anderen Seite, Roman


hpt Verlag, Wien 1990


Über Nacht gibt es den "Eisernen Vorhang" nicht mehr.

Die Grenzen zum Osten sind offen.

Das ermöglicht unerwartet, frühere Verbindungen wieder aufzunehmen und neue Freundschaften zu schließen.

Vielen ist diese ungewohnte Freiheit eine willkommene Chance, manche aber fühlen sich gar nicht so wohl, wenn es darum geht, mit den neuen Nachbarn ernsthafte Beziehungen einzugehen.


Puntigam oder Die Kunst des Vergessens, Roman


Paul Zsolnay Verlag, Wien 1988


Im Graz des März 1938 scheint eine neue Zeit anzubrechen: Vorbei scheinen die Jahre des Hungers, der Arbeitslosigkeit, des Bürgerkrieges, des Verzweifelns an der Existenzfähigkeit Österreichs.

Gerald Szyszkowitz gelingt es überzeugend, die Lebenswege von Menschen mit völlig diametraler Einstellung zum Zeitgeschehen darzustellen und zu zeigen, daß es nur an der Persönlichkeit des einzelnen liegt, den Stellenwert von Ideologien zu erkennen - oder nicht.


Osterschnee, Roman


Paul Zsolnay Verlag, Wien 1983


"Diese Menschen bewegen sich mit der Leichtigkeit und dem gesellschaftlichen Takt ihrer entfernten Verwandten aus dem "Schwierigen" und dem "Unbestechlichen"."

Die Welt, Hamburg


Seitenwechsel, Roman


Paul Zsolnay Verlag Wien 1982

AWV - Wien Verlag 2002


Mehr als eine glückliche Liebesgeschichte zwischen einem Flüchtling von der anderen Seite des Eisernen Vorhangs und einer verheirateten jungen Frau, die in ihrem Verlangen nach dem gewichtlosen, unirdischen Glück in einen tötlichen Konflikt gerät.


Der Thaya, Roman

 

Paul Zsolnay Verlag Wien 1981

Wien Verlag - AWV Verlag 2001

 

"Der Thaya", altösterreichischer Gutsbesitzer im Waldviertel, einer der reizvollsten Gegenden Österreichs, beobachtet beunruhigt, aber mit großem Interesse, die sozialen und politischen Veränderungen im Grenzland und die erotischen Irrungen und Wirrungen seines Sohnes.


Link zur Kritik in der FAZ vom 13.10.1981