Im Dezember fanden die Proben für die Uraufführung des fünfzigsten Theaterstückes von Gerald Szyszkowitz in der FREIEN BÜHNE WIEDEN  statt. Auch schließlich die Generalprobe.

 

Am 12.01.2022 fand die Uraufführung statt. Gespielt wurde, Corona bedingt, bis Samstag, 15.01.2022

Geplant sind weitere Vorstellungen von Dienstag, 22.02. bis Samstag, 26.02.2022, von Dienstag, 01.03. bis Samstag, 03.03.2022 und von Dienstag 08.03. bis Mittwoch 09.03.

 

1.) Im November 2020 hat ein gewisser Osama aus Gaza in der Nacht, in der ein Nordmazedonier rund um die Synagoge in der Seitenstettengasse wie wahnsinnig um sich geschossen hat, einen  Polizisten unter Lebensgefahr aus der Gefahrenzone geschleppt, und, wer hätte das gedacht, in der FREIEN BÜHNE WIEDEN  konnte der junge Mann aus Gaza sich nun, im Zuschauerraum sitzend, auf der Bühne dabei zusehen, welche Worte er damals gesagt hat. Sympathisch lächelnd zeigt ihn das Programmheft. Das ist die eine Seltsamkeit in dem in der FREIEN BÜHNE uraufgeführten Theaterstück

EIN  SOMMERNACHTSTRAUM  AM  WÖRTHERSEE oder WANN  HAT  DIE  FAMILIE  LUSTIG  GRAZ  VERLASSEN

2.) Eine zweite Seltsamkeit ist ebenfalls im Programmheft abgebildet: Der vierarmige, strahlend silberne Kerzenleuchter, den die Mutter des Autors im Herbst 1938 der Familie Lustig, den ´Getreidejuden´ der Grazer Gemeindemühle, in deren Wohnung in der Grazer Annenstrasse abgekauft hat. Weil sie ´in ihrer Mühle´ erfahren hat, dass die Familie Lustig nun plötzlich sehr schnell ´wegmuss aus Graz´. Ein Bericht über diesen Besuch im Herbst 1938 ist nun der Hauptgrund, der die Hauptfigur dieses Theaterstückes, die Hebräisch-Professorin  Helma Ehrenstein aus Washington DC dazu bringt, an ihrer Liebe zu dem Österreichischen Arzt Sascha Puntigam plötzlich doch zu zweifeln. Sie hat mit ihm vor einiger Zeit an der Catholic University ein ´wunderbares Jahr´ verbracht, aber nun muss sie, bevor sie ihn heiraten könnte, doch mit ihm seine Haltung zu ´dieser Geschichte´ klären. Und also fliegt sie nach Österreich … Wo sie gleich in eine Diskussion gerät, ob das gerechtfertigt ist, dass der Familie dieses ´Osama aus Gaza´ das Recht verweigert wird, wegen der ´andersartigen Religion´ ein Haus im niederösterreichischen  Weikendorf zu kaufen. Sie ahnt sofort, dass sich hierzulande zumindest  in der Provinz seit dem Jahr 38  nicht allzuviel geändert hat.

3.) In diesem Theaterstück nennt der Autor Gerald Szyszkowitz die Familie seiner Mutter wieder einmal ´Puntigam´, wie in seinem Waldheim-Roman  PUNTIGAM oder DIE KUNST DES VERGESSENS, aber das Gegenteil  von

´Vergessen´ scheint   nun der Fall zu sein, weil der Autor, sollte er bei seinen Nachforschungen Nachkommen der  Familie Lustig aus der Grazer Annenstrasse in den USA  - oder sonst wo - auffinden, diesen Nachkommen diesen silbernen Leuchter herzlich gerne persönlich übergeben wird … Und nur, falls das in den nächsten Jahren nicht gelingen sollte, wird  ihn seine Enkelin erben, die selber vor einigen Jahren in Jerusalem auf die Welt gekommen ist.

 

Weitere Informationen unter https://www.freiebuehnewieden.at/spielplan/2021-2022/ein-sommernachtstraum-am-woerthersee/

 

Bei der Aufführung des Stückes EIN SOMMERNACHTSTRAUM AM WÖRTHERSEE oder WANN IST DIE FAMILIE LUSTIG AUS GRAZ VERSCHWUNDEN sagte die Direktorin Michaela Ehrenstein bei ihrer Einleitungsrede am 15. 1. 2020 unter anderem:

Meine sehr geehrten Damen und Herrn, die Ur- Lesung des heutigen Theatertextes, also die ERSTE LESUNG dieses Stückes fand vor einem halben Jahr im Haus von Frau Angelika Arnegger statt. Damals las der Kameramann Peter Parth den Kameramann Reininghaus, der Autor las den alten Puntigam seine Frau Uta las meine Rolle, und die Rolle des Arztes Sascha Puntigam las der Arzt Dr. Walter Heckenthaler. Praktisch alle sind heute hier: Der Autor und seine Frau Uta, Walter Heckenthaler und selbstverständlich die Seele der damaligen Veranstaltung: Frau Angelika Arnegger.

Wir freuen uns sehr!

Nicht erwähnt hat sie, dass vor allem die beiden Rollen des Kameramannes und des Arztes einiges davon profitiert haben, dass der Autor diese speziellen beiden Erstleser vor Augen hatte. 


Gerald Szyszkowitz liest mit Michaela Ehrenstein, Steffi Gutmann und Felix Kurmayer am 8. und am 10. Juni 2021 in der Freien Bühne Wieden mit verteilten Rollen den Text THEATER, OH THEATER DU von Carel Capek.


Am 18. Mai fand in Maria Enzersdorf im Palais Arnegger in der Liechtensteinstrasse die Urlesung des Theaterstückes 

EIN SOMMERNACHTSTRAUM AM WÖRTHERSEE 

oder

WANN IST DIE FAMILIE LUSTIG AUS GRAZ VERSCHWUNDEN statt.

Unter den strengen Augen von Uschi Parth lasen Angelika Arnegger, Uta Szyszkowitz, Peter Parth, Walter  Heckenthaler und der Autor.


Das VORLESEBUCH 2021 ist im Echomedia Buchverlag in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien erschienen, unter anderem mit einem Text von Gerald Szyszkowitz über die Hochschwab-Partisanen. Der ursprünglich im Zsolnay-Verlag im Jahr 1988 im Roman PUNTIGAM oder DIE KUNST DES VERGESSENS erschienen ist. Neuauflage im Jahr 2008 im Echomedia Buchverlag. Andere Autoren im VORLESEBUCH 2021 sind Christine Nöstlinger, Alexander Roda Roda, Anne Frank, Hans Christian Andersen, Mark Twain, Bertha von Suttner und Dietmar Grieser. 


Im FALTER, in der Nummer 12 / 21 vom 24. März 2021 hat Gerald Szyszkowitz unter einem kuriosen KOTTAN-Szenenbild mit dem Schauspieler Peter Vogel eine ERINNERUNG veröffentlicht, unter dem Titel DER KAMPF UM KOTTAN, mit der markig-historischen Unterzeile: Als Adolf Kottan zu ermitteln begann, war nicht nur die Polizei dagegen.